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Wissenschaften

Revolution im Gehirn: Wie Cannabis den Alterungsprozess umkehren könnte

Während wir alle mit den Herausforderungen des Alterns kämpfen, könnte die Hanfpflanze dazu beitragen, unsere kognitiven Funktionen zu erhalten und zu verbessern. Eine faszinierende Studie aus dem Jahr 2017, durchgeführt von Wissenschaftlern der Universität Bonn und der Hebrew University, liefert bemerkenswerte Einblicke in die potenziellen Vorteile von Cannabis für unser Gehirn.

Die Forschung konzentrierte sich auf alte Mäuse, deren kognitive Fähigkeiten durch die natürlichen Alterungsprozesse bereits deutlich nachgelassen hatten. Über einen Zeitraum von vier Wochen erhielten diese Mäuse eine niedrig dosierte Behandlung mit THC, dem aktiven Bestandteil der Cannabis-Pflanze. Das Ergebnis? Die älteren Mäuse zeigten eine Gedächtnisleistung, die mit der von gerade einmal zwei Monate alten Mäusen vergleichbar war.Die Wissenschaftler entdeckten, dass der Schlüssel zum Verständnis dieser Verjüngung in den Cannabinoid 1 (CB1) Rezeptoren liegt. Diese Rezeptoren sind für die berauschenden Effekte von Cannabis bekannt, spielen aber auch eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Gehirnfunktionen. Mit dem Alter verringert sich die natürliche Produktion von Cannabinoiden im Gehirn, was zu einem schnelleren Altern führt.Die Untersuchungen des Gehirngewebes und der Genaktivität der behandelten Mäuse zeigten eine Verjüngung auf molekularer Ebene. Es schien, als hätte die THC-Behandlung die molekulare Uhr der Nervenzellen zurückgestellt und ihre Verknüpfungen, die für das Lernen wesentlich sind, verstärkt.Diese Ergebnisse eröffnen spannende Perspektiven für die Behandlung von altersbedingten Erkrankungen wie Demenz. Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze äußerte sich begeistert über die Studie und betonte die Bedeutung erkenntnisgeleiteter Forschung.

Der nächste Schritt für das Forscherteam ist die Durchführung klinischer Studien am Menschen. Ziel ist es zu prüfen, ob THC auch beim Menschen die Alterungsprozesse des Gehirns umkehren und die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann.

Die Aussicht, dass Cannabis nicht nur als Schmerzmittel, sondern auch als mögliche Behandlungsoption zur Verlangsamung oder Umkehrung des kognitiven Alterns eingesetzt werden könnte, ist ein faszinierender Gedanke. Während der Weg von der Maus zum Menschen noch weit ist, bietet diese Forschung einen Hoffnungsschimmer für Millionen von Menschen, die von altersbedingten kognitiven Beeinträchtigungen betroffen sind.